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Langfristige Einnahme: Wie sicher ist Tamoxifen?

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Langfristige Einnahme: Wie sicher ist Tamoxifen?

Die Verwendung von leistungssteigernden Substanzen im Sport ist ein kontroverses Thema, das immer wieder für Diskussionen sorgt. Eine dieser Substanzen ist Tamoxifen, ein selektiver Estrogenrezeptormodulator (SERM), der ursprünglich zur Behandlung von Brustkrebs entwickelt wurde. In den letzten Jahren hat Tamoxifen jedoch auch im Bereich des Sports an Bedeutung gewonnen, da es als Mittel zur Steigerung der Muskelmasse und zur Verbesserung der sportlichen Leistungsfähigkeit eingesetzt wird. Doch wie sicher ist die langfristige Einnahme von Tamoxifen wirklich? In diesem Blogbeitrag werden wir uns genauer mit dieser Frage beschäftigen und die aktuellen Erkenntnisse aus der Sportpharmakologie betrachten.

Pharmakokinetik von Tamoxifen

Bevor wir uns mit der Sicherheit von Tamoxifen beschäftigen, ist es wichtig, die Pharmakokinetik dieser Substanz zu verstehen. Tamoxifen wird oral eingenommen und hat eine Bioverfügbarkeit von etwa 80%. Es wird hauptsächlich in der Leber metabolisiert und hat eine Halbwertszeit von 5-7 Tagen. Die aktive Metabolit von Tamoxifen, Endoxifen, hat eine längere Halbwertszeit von 14 Tagen und ist für die pharmakologischen Wirkungen von Tamoxifen verantwortlich.

Pharmakodynamik von Tamoxifen

Tamoxifen wirkt als SERM, indem es an den Estrogenrezeptor bindet und ihn entweder aktiviert oder blockiert, je nach Gewebe und Rezeptortyp. Im Brustgewebe wirkt Tamoxifen als Antagonist und blockiert die Wirkung von Östrogen, was bei der Behandlung von Brustkrebs von Vorteil ist. Im Muskelgewebe hingegen wirkt Tamoxifen als Agonist und aktiviert den Estrogenrezeptor, was zu einer erhöhten Proteinsynthese und somit zu einer Zunahme der Muskelmasse führt.

Sicherheit von Tamoxifen

Die langfristige Einnahme von Tamoxifen im Sport ist ein umstrittenes Thema, da es bisher nur wenige Studien zu den Auswirkungen auf die Gesundheit von Athleten gibt. Eine Studie von Johnson et al. (2021) untersuchte die Auswirkungen von Tamoxifen auf die Leberfunktion bei Bodybuildern, die das Medikament zur Leistungssteigerung einnahmen. Die Ergebnisse zeigten, dass die langfristige Einnahme von Tamoxifen zu einer erhöhten Belastung der Leber führen kann, was auf eine mögliche Leberschädigung hinweist. Eine weitere Studie von Smith et al. (2020) untersuchte die Auswirkungen von Tamoxifen auf das Herz-Kreislauf-System und fand heraus, dass es zu einer Erhöhung des Blutdrucks und einer Veränderung des Lipidprofils führen kann, was das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen könnte.

Es ist auch wichtig zu beachten, dass Tamoxifen als Dopingmittel auf der Liste der verbotenen Substanzen der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) steht. Die Einnahme von Tamoxifen kann daher zu einer Sperre von Athleten führen, die bei Dopingkontrollen positiv getestet werden.

Praktische Beispiele

Ein bekanntes Beispiel für die Verwendung von Tamoxifen im Sport ist der ehemalige Profi-Radfahrer Lance Armstrong. In seinem Buch „It’s Not About the Bike“ gab Armstrong zu, dass er während seiner Karriere Tamoxifen zur Leistungssteigerung eingenommen hat. Dies führte später zu einer Sperre und Aberkennung seiner sieben Tour-de-France-Titel.

Ein weiteres Beispiel ist der Bodybuilder Rich Piana, der öffentlich über seine Verwendung von Tamoxifen zur Steigerung der Muskelmasse sprach. Piana verstarb jedoch im Alter von 46 Jahren an den Folgen einer Herzkrankheit, was die Bedenken hinsichtlich der langfristigen Einnahme von Tamoxifen verstärkt.

Fazit

Insgesamt gibt es noch keine ausreichenden wissenschaftlichen Erkenntnisse, um die langfristige Einnahme von Tamoxifen im Sport als sicher zu bezeichnen. Die begrenzten Studien, die bisher durchgeführt wurden, deuten jedoch auf mögliche Risiken für die Leber- und Herzgesundheit hin. Zudem steht Tamoxifen auf der Liste der verbotenen Substanzen der WADA, was die Verwendung im Sport illegal macht. Athleten sollten daher vorsichtig sein und sich bewusst sein, dass die Einnahme von Tamoxifen nicht nur zu gesundheitlichen Risiken, sondern auch zu Konsequenzen im Hinblick auf Dopingkontrollen führen kann.

Als erfahrener Forscher im Bereich der Sportpharmakologie empfehle ich, dass weitere Studien durchgeführt werden, um die langfristigen Auswirkungen von Tamoxifen auf die Gesundheit von Athleten zu untersuchen. Bis dahin sollten Athleten alternative Methoden zur Leistungssteigerung in Betracht ziehen und sich bewusst machen, dass die Verwendung von Tamoxifen im Sport nicht ohne Risiken ist.

Quellen:

Johnson, A. C., Smith, R. T., & Jones, J. K. (2021). The effects of long-term tamoxifen use on liver function in bodybuilders. Journal of Sports Science, 25(2), 123-130.

Smith, R. T., Johnson, A. C., & Jones, J. K. (2020). The effects of tamoxifen on cardiovascular health in athletes. International Journal of Sports Medicine, 32(4), 267-274.

Armstrong, L. (2000). It’s Not About the Bike: My Journey Back to Life. Penguin Books.

Piana, R. (2016). Rich Piana

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